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Raus aus VMware: Der realistische Weg in die souveräne Cloud

Seit der Übernahme durch Broadcom haben sich die Lizenzkosten für VMware vielerorts vervielfacht: Dauerlizenzen abgeschafft, alles nur noch im Abo, Bündelung in große Suiten, Mindestabnahmen pro CPU-Kern. Tausende Unternehmen im DACH-Raum stellen sich 2026 dieselbe Frage – bleiben und deutlich mehr zahlen, oder raus? Und wenn raus: wohin, ohne sich das nächste Lock-in einzukaufen?

Was sich geändert hat: Perpetual-Lizenzen und Standalone-Produkte sind weg, es gibt nur noch Subscription-Bundles (vSphere Foundation / VCF). Für viele Bestandskunden bedeutet das je nach Konstellation Kostensteigerungen von mehreren hundert Prozent – bei gleichzeitig gestiegener Abhängigkeit von einem einzelnen US-Anbieter.

Warum der Exit gerade jetzt Thema ist

Es geht längst nicht nur um Geld. Drei Treiber kommen zusammen:

Die realistischen Alternativen

Es gibt nicht die eine Antwort. Welche Plattform passt, hängt von Größe, Mandantenfähigkeit und Betriebsmodell ab. Die drei ernstzunehmenden Open-Source-Wege:

Plattform Passt für Multi-Tenant / Self-Service Betriebsaufwand
Proxmox VE Klein bis mittel Begrenzt Niedrig
OpenNebula Private/Hybrid Cloud, Mandanten Ja Mittel
OpenStack Sehr groß / Hyperscale Ja Hoch

Proxmox VE

Der pragmatische Standard-Ersatz für die klassische vSphere-Umgebung: KVM + LXC, Cluster-Management, Ceph oder ZFS als Storage, Backup integriert. Europäischer Hersteller (Österreich), simpel im Betrieb, große Community. Für kleine bis mittlere Umgebungen fast immer die richtige Wahl – aber kein vollwertiges Cloud-/Mandanten-Portal.

OpenNebula

Wenn es nicht nur um Virtualisierung, sondern um eine echte private oder hybride Cloud geht – mit Mandanten, Self-Service-Portal und Provisioning-API – ist OpenNebula der leichtgewichtige, souveränitätsfreundliche Kandidat (europäischer Ursprung). Deutlich schlanker als OpenStack, KVM- und LXC-fähig, gut für „geteilte Infrastruktur, getrennte Mandanten". Genau deshalb taucht OpenNebula 2026 in immer mehr Ausschreibungen auf.

OpenStack

Der De-facto-Standard für sehr große Clouds – mächtig, aber schwergewichtig. Lohnt nur bei echtem Hyperscale-Bedarf und mit einem eigenen Betriebsteam. Für die meisten Mittelstands- und Behördenumgebungen überdimensioniert.

Faustregel: Bis mittelgroß und ohne echte Mandantenfähigkeit → Proxmox. Sobald Sie eine Cloud mit Self-Service und getrennten Mandanten betreiben wollen → OpenNebula. Nur bei Hyperscale mit eigenem Cloud-Team → OpenStack.

Praxis: OpenNebula in unter 15 Minuten evaluiert

Damit wir nicht nur aus Folien beraten, haben wir OpenNebula in unserem Lab hands-on aufgesetzt – mit dem offiziellen miniONE-Installer auf einer einzigen, nested-virtualisierten VM. Das Ergebnis: eine lauffähige Mini-Cloud – Web-Oberfläche, KVM-Rechenknoten, virtuelles Netz und eine laufende Test-VM – in unter 15 Minuten.

Was im Eval-Lab überzeugt hat:
  • Schneller, sauberer Einstieg – ideal, um Konzepte und Migrationen risikofrei durchzuspielen
  • Klares Multi-Tenant-Modell (Gruppen, virtuelle Rechenzentren) für Mandantentrennung
  • Marketplace mit fertigen Appliances, API-/CLI-getrieben – gut automatisierbar

Ehrlich bleibt aber: Die Community ist kleiner als bei Proxmox oder OpenStack, einige Enterprise-Funktionen stecken in der kommerziellen Edition, und ein Eval-Lab ist kein Produktivbetrieb. Für eine belastbare Entscheidung braucht es einen echten Proof of Concept mit Ihren Workloads.

Der eigentliche Aufwand steckt im Netz – nicht im Hypervisor

Der wichtigste Satz für jeden VMware-Exit: Der Hypervisor-Wechsel ist der einfache Teil. Wer glaubt, es reiche, VMs von vSphere auf Proxmox oder OpenNebula zu schieben, unterschätzt das Projekt massiv. Der Großteil der Arbeit liegt in Schichten, die VMware bisher mitgeliefert hat:

Netzwerk-Architektur

Verteilte Switches und NSX-Overlays müssen neu gedacht werden: Underlay-/Overlay-Design (VLAN, VXLAN/EVPN), Routing, Load-Balancing. Das ist Ingenieursarbeit – und der Teil, an dem Migrationen am häufigsten scheitern.

Segmentierung & Zero Trust

Die NSX-Microsegmentierung fällt weg und muss ersetzt werden – etwa durch dedizierte Lösungen wie Illumio oder ein sauberes VLAN-/Firewall-Segmentierungskonzept. Ohne dieses Konzept verliert man beim Umzug an Sicherheit.

Storage & Migration

vSAN wird meist durch Ceph ersetzt; VM-Disks müssen konvertiert (VMDK → qcow2/raw) und in Wellen migriert werden – inklusive Testfenstern, Rollback-Plan und ehrlicher Downtime-Planung.

Realitätscheck: In einem typischen VMware-Exit stecken grob 70 % des Aufwands in Netzarchitektur, Segmentierung und Migration – und nur ein kleiner Teil im eigentlichen Hypervisor. Wer das Projekt als reinen Produktvergleich plant, wird von den Netz- und Betriebsthemen überrascht.

Unsere Empfehlung

Citilan-Vorgehen für den VMware-Exit:
  1. Assessment: Was nutzen Sie wirklich – NSX, vSAN, DRS, HA? Nur das muss ersetzt werden.
  2. Zielbild: Proxmox (klein/mittel) oder OpenNebula (Cloud/Mandanten) – anhand Größe und Betriebsmodell.
  3. Netz zuerst: Underlay-/Overlay- und Segmentierungskonzept vor der VM-Migration.
  4. Pilot & Parallelbetrieb: Referenz-Workloads migrieren, testen, dann in Wellen skalieren.
  5. Betrieb automatisieren: vCenter-Workflows durch API/Infrastructure-as-Code ersetzen – nicht per Hand.

Fazit

Der VMware-Exit ist machbar – und für viele wirtschaftlich wie strategisch sinnvoll. Mit Proxmox steht ein pragmatischer Ersatz bereit, mit OpenNebula ein souveränitätsfreundlicher Weg in die eigene Cloud. Aber es ist kein Lift-and-Shift: Der Erfolg entscheidet sich an der Netzarchitektur, an der Segmentierung und an einer sauber geplanten Migration.

Unser Rat: Starten Sie mit einem ehrlichen Assessment und einem kleinen Proof of Concept, bevor der nächste VMware-Rechnungsschock kommt. Wer jetzt strukturiert plant, wechselt kontrolliert – statt später unter Druck.

VMware-Exit oder souveräne Cloud geplant?

Wir begleiten Sie von der Bestandsaufnahme über die Ziel- und Netzarchitektur bis zur Migration – herstellerunabhängig, mit Fokus auf Netz, Segmentierung und digitale Souveränität.

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