Die Firewall-Landschaft hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Mit dem Aufkommen von SASE (Secure Access Service Edge) stehen Unternehmen vor einer fundamentalen Entscheidung: Cloud-native Security oder klassische On-Premise-Firewall?
Zwei grundverschiedene Ansätze
Cato Networks
"Firewall as a Service"
- Cloud-native SASE-Plattform
- Traffic läuft über Cato PoPs
- SD-WAN + Security integriert
- Zero Trust Network Access
- Globales Backbone
OPNsense
Klassische Perimeter-Firewall
- On-Premise auf eigener Hardware
- 100% Datenhoheit
- Open Source (kostenlos)
- Europäischer Hersteller
- Volle Kontrolle
Architektur im Vergleich
Cato Networks
Bei Cato wird der gesamte Netzwerkverkehr über die Cato-Cloud geroutet. Dort findet Security-Inspektion, SD-WAN-Optimierung und Routing statt. Kein lokales Firewalling – alles in der Cloud.
OPNsense
OPNsense ist eine klassische Perimeter-Firewall. Der Traffic wird lokal inspiziert und gefiltert. Volle Kontrolle über jeden Paketfluss, eigene Regeln, eigene Logs.
Feature-Vergleich
| Feature | Cato | OPNsense |
|---|---|---|
| Stateful Firewall | Ja | Ja |
| IDS/IPS | Ja (Cloud-basiert) | Ja (Suricata, lokal) |
| Web Filtering | Ja (URL + Content) | Ja (Proxy + Blocklists) |
| SSL Inspection | Ja (in der Cloud) | Ja (lokal, aufwändiger) |
| SD-WAN | Ja (Kernfeature) | Nein (nicht nativ) |
| Zero Trust (ZTNA) | Ja | Manuell mit WireGuard |
| CASB | Ja | Nein |
| DLP | Ja | Nein |
| Globales Backbone | Ja (80+ PoPs) | Nein |
| VPN Site-to-Site | Automatisch | Ja (IPsec/WireGuard) |
| VPN Remote Access | Client + Clientless | OpenVPN/WireGuard |
| High Availability | Automatisch | Ja (CARP, manuell) |
| Captive Portal | Eingeschränkt | Ja |
Kostenvergleich
| Position | Cato Networks | OPNsense |
|---|---|---|
| Hardware | ~800 € (2x Socket) | ~2.400 € (2x Appliance) |
| Lizenzen Jahr 1-3 | ~54.000 € | 0 € |
| Support (optional) | inklusive | ~2.700 € (Business) |
| Gesamt 3 Jahre | ~55.000 € | ~5.100 € |
Cato: geschätzt 30€/User/Monat + Socket-Gebühren. OPNsense: Deciso DEC850 Appliances.
Wann Cato Networks?
- Viele Standorte (>5) vernetzt werden müssen
- Globale Präsenz mit Latenz-Anforderungen besteht
- Kein eigenes Security-Team – "Fire and forget"
- Mobile Workforce – ZTNA für Remote-User wichtig ist
- Cloud-first Strategie – kein On-Prem gewünscht
- Budget vorhanden – Kosten sind sekundär
Wann OPNsense?
- Einzelner Standort oder wenige Sites
- Datenhoheit kritisch – kein Traffic in fremde Clouds
- Budget begrenzt – keine laufenden Lizenzkosten gewünscht
- Technisches Know-how im Haus vorhanden
- Spezielle Anforderungen (HAProxy, Custom Scripts)
- DSGVO-Bedenken bei US-Cloud-Anbietern
Datenhoheit: Ein kritischer Punkt
OPNsense hingegen wird von Deciso B.V. aus den Niederlanden entwickelt. Der Code ist Open Source und kann auditiert werden. Alle Daten bleiben auf Ihrer eigenen Hardware.
Unsere Empfehlung für KMU
| Kundenprofil | Empfehlung |
|---|---|
| Einzelner Standort, <50 MA | OPNsense |
| 2-3 Standorte, eigenes IT-Team | OPNsense |
| 5+ Standorte, international | Cato prüfen |
| Hohe Compliance (KRITIS, NIS2) | Beides möglich |
| MSP mit vielen Kunden | Cato oder OPNsense + OPNcentral |
| Budget unter 5.000€/Jahr | OPNsense |
Fazit
Cato Networks und OPNsense sind keine direkten Konkurrenten – sie lösen unterschiedliche Probleme. Cato ist eine All-in-One-Cloud-Lösung für Unternehmen mit vielen Standorten und hohem Security-Budget. OPNsense ist die kosteneffiziente, datensouveräne Alternative für KMU mit lokalem Fokus.
Unsere Praxis: 90% der KMU-Kunden fahren mit OPNsense besser. Cato lohnt sich erst ab ~5 Standorten oder wenn kein internes Know-how vorhanden ist.
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